The Town, that I loved so well – (London-)Derry

Egal, wie man die Stadt nennt, Londonderry (als britisch – korrekter Name) oder Derry (als irisch – korrekter Name) – ein Besuch dieser Stadt an der Grenze zwischen Nordirland und Donegal lohnt auf jeden Fall einen Besuch.

Der Heilige Colmcille hat die Stadt der Sage nach gegründet, als er 546 ein Kloster in einem Eichenhain errichtete. Denn der irische Name “Doire” heißt übersetzt Eiche. Absolut sehenswert ist die mittelalterliche Altstadt von Derry mit der 1,5 km langen und bis zu 8 m hohen, begehbaren Stadtmauer aus dem 17. Jahrhundert, die nahezu im Originalzustand (bis auf drei später ergänzte Tore) erhalten ist und damit als besterhaltene in Großbritannien und Irland gilt. Geht man einmal über die gesamte Stadtmauer, hat man einen überragenden Blick auf die Stadt mit der riesigen Bucht des Foyle.

Zudem sollte man unbedingt in die St. Columb`s Cathedral gehen. Sie ist die größte Kirche Nordirlands, wie in Irland üblich flankieren alte Gräber die Kathedrale. Zentraler Platz in der von den Stadtmauern umgebenen Innenstadt, in der Boutiquen zum Shoppen einladen, ist der Diamond. Geheimtipp für Interessierte der Kirchenarchitektur ist die versteckt in einem kleinen parkähnlichen alten Friedhof liegende St. Augustine Church an der Westseite der Stadtmauer. Von hier hat man auch einen wunderschönen Blick auf die sog. Bogside und die People`s Gallery. Überdimensionale Fassadenbilder, sog. Murals, bei der Künstler an die Unruhen und dem “Bloody Sunday” 1972 erinnern.     

Ein absolutes Muss ist zudem der Besuch des Mahnmals für die 13 Getöteten und den unzähligen Verletzten des Bloody Sunday vom 30. Januar 1972. Mitten im rauschenden Verkehr einer stark befahrenen Straße findet man die Ruhe über den Unsinn des sog. Religionskrieges in Nordirland nachzudenken.

Und bei schlechtem Wetter laden zwei Museen ein, die Geschichte der Stadt zu entdecken: eines ist das Tower Museum an der Stadtmauer mit einem Schwerpunkt über den Untergang der spanischen Armada in der Bucht des Foyle, und dann das Museum of Free Derry in der Bogside.

Und wer dann noch Zeit hat, kann etwas außerhalb das größte Ringfort von Irland, Grainnan of Ailach etwa 20 Kilometer  westlich besuchen. Ein atemberaubender Rundblick mit zwei Buchten und Derry lohnt diesen kleinen Abstecher.